Frau mit Grippe (Influenza) liegt auf dem Sofa
© Getty Images/Dima Berlin

Grippe: Symptome, Behandlung und Verlauf von Influenza

Von: Kathrin Mehner (Medizinredakteurin), Marina Bierbrauer (Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 10.02.2025

Bei der Grippe (Influenza) handelt es sich um eine Infektion, die durch Viren ausgelöst wird. Typische Symptome sind Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl. Nimmt die Erkrankung keinen schweren Verlauf, ist das Schlimmste in der Regel nach einer Woche überstanden. Während dieser Zeit können Sie die auftretenden Beschwerden mit Hausmitteln und Bettruhe lindern. Doch auch schwere Verläufe sind möglich und während der jährlichen Grippewelle kommt es immer zu zahlreichen Todesfällen. Erfahren Sie hier, an welchen Symptomen Sie eine Grippe erkennen, wie Sie diese behandeln und wie Sie einer Ansteckung möglichst vorbeugen können.

Grippe: ansteckendes Influenza-Virus als Auslöser

Die Grippe wird durch das Influenza-Virus verursacht, welches zur Gruppe der Orthomyxoviren gehört. Influenza-Viren werden in die Typen A, B und C unterteilt, wobei der Influenza-Typ-A noch einmal in mehreren Subtypen vorkommt. Diese Virustypen unterscheiden sich durch bestimmte Proteine auf ihrer Oberfläche. Als besonders gefährlich gelten Typ-A-Viren, weil sie am häufigsten schwere Verläufe verursachen. Typ-A-Viren sind beispielsweise auch Auslöser der Vogelgrippe oder der Schweinegrippe.

Wie erfolgt die Ansteckung mit Grippe?

Die Viren verbreiten sich meist durch Tröpfcheninfektion (vor allem beim Husten oder Niesen, aber auch beim Sprechen). Dadurch gelangen die Erreger in die Luft und können so in die Atemwege einer anderen Person gelangen und sich dort vermehren. Eine Ansteckung ist aber auch durch direkten Körperkontakt, wie zum Beispiel beim Küssen, möglich. Auch durch die Berührung von kontaminierten Oberflächen ist eine Übertragung möglich, wenn beispielsweise eine erkrankte Person in ihre Hände niest und danach eine Türklinke anfasst. Fasst die nächste Person diese Türklinke an, können die Erreger über die Hand auf die Schleimhäute gelangen, wenn sich die Person danach ins Gesicht fasst.

Wann und wie lange sind Grippe-Infizierte ansteckend?

Infizierte sind spätestens mit dem Auftreten der ersten Anzeichen ansteckend. Die Grippe ist ab diesem Zeitpunkt für vier bis fünf Tage ansteckend. Aber auch schon vor Symptombeginn ist eine Ansteckung möglich.

Grippe: Inkubationszeit und Symptome

Die Inkubationszeit der Influenza ist kurz, sie liegt zwischen wenigen Stunden und drei Tagen. Im Durchschnitt wird sie mit ein bis zwei Tagen angegeben. Bricht die Erkrankung aus, fühlen sich die Betroffenen innerhalb von wenigen Stunden sehr krank.

Grundsätzlich lösen alle Influenza-Typen die gleichen Symptome aus. Bei Influenza A sind diese jedoch häufig schwerer und es kommt öfter zu Komplikationen.

Im Verlauf einer Grippe treten typischerweise folgende Symptome auf:

  • Die ersten Anzeichen einer Grippe sind häufig Schüttelfrost und ein stark ausgeprägtes Krankheitsgefühl.
  • Kurze Zeit später treten dann Symptome wie Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen auf.
  • Außerdem können sich Beschwerden wie Husten (trockener Reizhusten), Schnupfen und Halsschmerzen bemerkbar machen.
  • Die Betroffenen fühlen sich in der Regel müde, abgeschlagen und erschöpft.
  • Bei einer Grippe kann das Fieber auf bis zu 41 Grad Celsius ansteigen. Solange die Temperatur steigt, tritt häufig Schüttelfrost auf. Sobald das Fieber sinkt, kommt es zu den ebenfalls für eine Influenza typischen Schweißausbrüchen.

Charakteristisch ist, dass die Symptome relativ plötzlich und sehr heftig auftreten. Jedoch ist die Krankheitsschwere nicht bei allen Menschen gleich. So geht man davon aus, dass ein Drittel aller Erkrankten eine starke Symptomatik aufweisen sowie je ein Drittel nur milde oder gar keine Symptome entwickeln. Besonders bei älteren Personen ist häufig auch eine Grippe ohne Fieber zu beobachten.

Unterschied zur Erkältung

Auch wenn eine Erkältung umgangssprachlich häufig Grippe genannt wird, handelt es sich hierbei um zwei verschiedene Erkrankungen, die durch unterschiedliche Erreger ausgelöst werden. Während eine Erkältung (auch grippaler Infekt) meistens harmlos ist, kann es bei einer echten Grippe durchaus zu schweren Verläufen und mitunter sogar zu Todesfällen kommen.

Ein Unterschied ist der plötzliche, heftige Beginn der Erkrankung. Denn bei einer Erkältung machen sich die Symptome normalerweise langsamer und auch nicht so stark bemerkbar. Bei einer Erkältung stehen zudem Schnupfen, Halsschmerzen und Husten im Vordergrund. Fieber tritt meist nicht auf und man fühlt sich auch nur leicht bis mäßig krank.

Influenza-Test und Diagnose

Ein*e Arzt*Ärztin kann eine Grippe meist bereits anhand der Beschwerden diagnostizieren. Für eine sichere Diagnose ist aber eine Labordiagnostik (PCR-Test) erforderlich. Dazu wird ein Abstrich aus der Nase und dem Rachen entnommen. Mittlerweile gibt es auch Schnelltests (Antigen-Tests) für zu Hause, die wie ein Corona-Schnelltest funktionieren. Diese sind jedoch häufiger falsch-negativ, sodass bei einem negativen Ergebnis eine Grippe-Erkrankung nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Positive Ergebnisse hingegen gelten als sicher.

Bei einem positiven Grippe-Test, unabhängig davon, ob es sich um einen PCR- oder Schnelltest handelt, besteht von ärztlicher Seite eine Meldepflicht an das Gesundheitsamt. Eine Meldepflicht gilt nicht, wenn Sie privat zu Hause einen solchen Test durchführen.

Verlauf und Dauer der Grippe

Bei einem unkomplizierten Verlauf dauert die Influenza in der Regel etwa fünf bis sieben Tage. In schwereren Fällen oder bei auftretenden Komplikationen kann es aber auch länger dauern, bis Sie wieder fit sind. Husten und eine leichte Erschöpfung können ebenfalls noch eine Weile länger anhalten, auch wenn Sie sich ansonsten schon wieder gesund fühlen.

Influenza: Komplikationen und schwere Verläufe möglich

Auch wenn man sich während einer Influenza-Infektion sehr schlecht fühlt, verläuft sie meist harmlos und es kommt zu keinen Komplikationen. Treten solche auf, liegt das mehrheitlich daran, dass sich das Virus von den oberen Atemwegen auf andere Organe ausbreitet. Dann kann es zu einer Lungenentzündung, Herzmuskelentzündung oder Gehirnentzündung kommen. Da das Immunsystem geschwächt ist, kann zusätzlich zum Virus-Infekt noch eine bakterielle Infektion auftreten. Eine solche Zweitinfektion oder Superinfektion betrifft am häufigsten die Lunge. Eine Lungenentzündung – viral und/oder bakteriell bedingt – ist die häufigste Todesursache infolge einer Grippeinfektion.

Erste Anzeichen für einen solch schwerer Verlauf zeigen sich mehrheitlich etwa drei bis zehn Tage nach Krankheitsbeginn.

Ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Komplikationen und schweren Verläufen haben ältere Menschen, Kleinkinder, Personen mit chronischen Krankheiten oder einem Immundefekt sowie Schwangere.

Wenn Sie sich eine Grippe eingefangen haben, müssen Sie sich ausgiebig schonen, um Komplikationen vorzubeugen. Durch die Infektion ist nämlich das Immunsystem geschwächt und somit anfälliger für andere Erreger wie beispielsweise Bakterien. Damit es nicht zu einer gefährlichen Sekundärinfektion kommt, ist genügend Ruhe bis zur völligen Ausheilung der Influenza extrem wichtig.

Eine häufig auftretende, aber nicht gefährliche Komplikation bei kleinen Kindern ist eine Mittelohrentzündung.

Hausmittel & Co.: Was tun gegen Grippe?

Leiden Sie an einer Grippe, ist es vor allem wichtig, dass Sie sich körperlich schonen. Bleiben Sie im Bett und nehmen Sie außerdem genügend Flüssigkeit zu sich – das gilt vor allem dann, wenn Sie hohes Fieber haben und stark schwitzen. Gut geeignet sind heiße Tees in den Sorten Pfefferminze, Kamille oder Lindenblüte. Auf schwarzen Tee sollten Sie dagegen besser verzichten, ebenso wie auf Kaffee und Alkohol.

Außerdem sind auch die folgenden Hausmittel bei Grippe empfehlenswert:

  • Eine frisch zubereitete Hühnersuppe ist wohltuend und liefert zusätzlich Flüssigkeit. Auch wenn die Wirkung von Hühnersuppe nicht ausreichend erforscht ist, gibt es Hinweise auf entzündungshemmende und immunstärkende Effekte. Alternativ eignet sich auch eine Gemüsebrühe oder ein frisch zubereiteter Ingwertee.
  • Inhalieren (beispielsweise mit Salzwasser) wirkt sich positiv auf Husten- und Schnupfenbeschwerden aus.
  • Wadenwickel können helfen, hohes Fieber zu senken. Wenden Sie die Wickel aber nur an, wenn dem*der Betroffenen warm ist.
  • Mit Gurgeln lassen sich Halsschmerzen effektiv bekämpfen. Neben Salzwasser ist auch Salbeitee gut zum Gurgeln geeignet.

Grippe behandeln mit Medikamenten und Tabletten

Eine Grippe muss normalerweise nicht mit Medikamenten behandelt werden. Wenn Sie unter starken Kopf- oder Gliederschmerzen sowie Fieber leiden, können fiebersenkende Schmerzmittel helfen, die Symptome zu lindern. Geeignet sind unter anderem Tabletten mit Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen. Kinder unter zwölf Jahren dürfen allerdings auf keinen Fall Medikamente mit Acetylsalicylsäure bekommen, da bei ihnen ansonsten das lebensbedrohliche Reye-Syndrom auftreten kann. Dieses führt zu einer Schädigung von Gehirn und Leber. Verwenden Sie deshalb nur für Kinder zugelassene Medikamente wie Fiebersaft oder -zäpfchen.

In Einzelfällen können spezielle antivirale Medikamente eingesetzt werden. Diese heißen Neuraminidase-Hemmer und enthalten als Wirkstoff zum Beispiel Oseltamivir oder Zanamivir. Empfohlen sind sie bei schweren Verläufen und Komplikationen oder bei Menschen, bei denen dafür ein erhöhtes Risiko besteht. Diese Medikamente beeinflussen den Krankheitsverlauf allerdings vor allem dann positiv, wenn sie möglichst schnell nach dem Auftreten der ersten Grippe-Symptome (innerhalb der ersten 48 Stunden) eingenommen werden.

Diese Medikamente wirken vereinfacht erklärt, indem sie ein bestimmtes Enzym der Influenza-Viren (die Neuraminidase) hemmen. Dadurch werden die Viren daran gehindert, weitere Körperzellen zu befallen. Infolge davon können sich die Grippeviren weniger im Körper ausbreiten.

Antibiotika zeigen bei einer Grippe dagegen keine Wirkung, da sie nur gegen Bakterien wirken. Die Einnahme eines Antibiotikums kann jedoch notwendig sein, wenn es zusätzlich zur Influenza zu einer bakteriellen Infektion gekommen ist.

Einer Influenza-Infektion vorbeugen

Nach einem überstandenen Infekt ist man gegenüber dem auslösenden Virus immun. Jedoch verändert sich das Grippevirus ständig, indem es mutiert. Der beste Weg, der Grippe vorzubeugen, ist deshalb die Impfung. Durch die regelmäßigen Virus-Mutationen muss sie jedes Jahr neu erfolgen. Die Grippe-Impfung ist besonders für Risikogruppen – beispielsweise chronisch Kranke, medizinisches Personal und Bewohnende von Pflegeheimen – sowie Personen über 60 Jahre empfohlen. Diese sollten sich idealerweise jedes Jahr vor Beginn des Winters (Oktober bis November) beziehungsweise der Grippewelle impfen lassen.

Daneben gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten, einer Influenza vorzubeugen. Wichtig ist, dass Sie sich während der Grippesaison regelmäßig die Hände waschen. Fassen Sie sich außerdem mit den Händen möglichst nicht ins Gesicht, wenn Sie vorher mit Viren – beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufszentren oder Arztpraxen – in Kontakt gekommen sein könnten. Ebenso können Sie erwägen, in den genannten Situationen eine FFP2-Maske zu tragen.

Wenn eine Person in Ihrem Haushalt an Influenza erkrankt ist, sollten Sie, soweit möglich, etwa eine Woche lang Abstand halten und sich in getrennten Räumen aufhalten. Desinfizieren Sie Gegenstände wie Türklinken und Waschbecken regelmäßig. Waschen Sie Bettwäsche und Handtücher außerdem nach überstandener Infektion bei 60 Grad Celsius.

Passend zum Thema
Grippe-Impfung in den Arm
Grippeimpfung: Fragen & Antworten zur Influenza-Schutzimpfung
Grippeimpfung: Fragen & Antworten zur Influenza-Schutzimpfung
Frau misst Fieber auf dem Sofa
Corona, Grippe oder Erkältung? So unterscheiden sich die Symptome
Corona, Grippe oder Erkältung? So unterscheiden sich die Symptome
Mann mit grippalem Effekt im Bett
Erkältung, Grippe oder grippaler Infekt?
Erkältung, Grippe oder grippaler Infekt?
Frau misst Fieber bei sich selbst
Richtig Fieber messen: Wo ist es am genauesten?
Richtig Fieber messen: Wo ist es am genauesten?
Frau mit Sommergrippe
Sommergrippe
Sommergrippe