Sommergrippe

Frau mit Sommergrippe © iStock.com/auleena

Viele Menschen leiden auch im Sommer an einem grippalen Infekt oder einer Erkältung. Ursachen der sogenannten Sommergrippe sind die gleichen wie bei einer Erkrankung im Winter: Es handelt sich um eine Infektion mit Viren. Doch es gibt bestimmt Auslöser, welche die Entstehung einer solchen Sommergrippe gerade in der warmen Jahreszeit begünstigen. Was hilft gegen die Infektion? Wir zeigen typische Symptome der Sommergrippe auf, geben Tipps zur Behandlung einer Sommergrippe und erklären, wie man eine Sommergrippe vermeiden kann.

Sommergrippe oder Sommererkältung?

Auch wenn der Begriff Grippe umgangssprachlich oft mit einer Erkältung gleichgesetzt wird, handelt es sich bei einer "richtigen" Grippe strenggenommen um eine deutlich schwere Erkrankung. Auslöser der Grippe sind Influenza-Viren, die sehr temperaturempfindlich sind. Klassischerweise liegt de Grippesaison daher in der kalten Jahreszeit.

Eine Erkältung hingegen wird auch als grippaler Infekt oder (fachsprachlich) als akuter respiratorischer Infekt bezeichnet. Auslöser sind ebenfalls Viren, von denen viele ähnlich wie das Influenza-Virus, eher im Winter vorkommen. Doch auch im Sommer gibt es einige Erreger, die eine Erkältung auslösen können. Dazu zählen unter anderem Parainfluenza-Viren, Rhinoviren und verschiedene (eher harmlose) Viren aus der Familie des Coronavirus.

Dennoch ist der Begriff "Sommergrippe" im Sprachgebrauch so gängig, dass er auch im Folgenden genutzt wird.

Ursachen und Auslöser einer "Grippe" im Sommer

Studien haben ergeben, dass bei über 90 Prozent der Bevölkerung eine Sommergrippe Folge des eigenen Verhaltens ist. Das bedeutet: Wir wir uns verhalten, kann dazu beitragen, den sommerlichen grippalen Infekt zu fördern.

Die Ursache einer Sommergrippe ist leicht erklärt: Wenn zum Beispiel ein erhitzter, verschwitzter Körper im Sommer vermehrt Zugluft ausgesetzt wird – durch eine Klimaanlage, einen Ventilator, geöffnete Autofenster oder in Flugzeugen oder Zügen – trocknen die Schleimhäute aus. Dadurch können sie ihre Funktion als "Schutzschild" gegenüber eindringenden Erregern nicht mehr richtig erfüllen, was die Entstehung einer Sommergrippe begünstigt. Auch zu kalte Getränke können die Schleimhäute austrocknen.

Weitere Auslöser können eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, lange Sonnenbäder (manchmal sogar in Verbindung mit einem Sonnenbrand) oder das Auskühlen des Körpers durch kühle Bäder oder nasse Kleidung (zum Beispiel verschwitze Kleidung oder nasse Badebekleidung) sein. Das Immunsystem wird geschwächt, was zur Folge hat, dass es dadurch anfälliger für Viren ist.

Denken Sie daran, dass Viren sehr ansteckend sind und sich in großen Menschenmengen schnell verbreiten können. Meiden Sie daher nach Möglichkeit größere Menschenansammlungen und denken Sie daran, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Achten Sie auch darauf, anderen nicht anzustecken, indem Sie beispielsweise in ein Taschentuch oder die Armbeuge husten oder niesen, statt in die Hände.

Symptome einer Sommergrippe: Fieber und Kratzen im Hals

Die typische Sommergrippe kündigt sich – genau wie eine Erkältung im Winter – durch Symptome wie ein trockenes kratzendes Gefühl im Hals, eine laufende Nase, Kopfschmerzen sowie Abgeschlagenheit an. Oft gibt es bei einer Sommergrippe neben Schnupfen auch Anzeichen von:

Viren befallen leicht sämtliche Schleimhäute im Körper. Man fühlt sich krank und schlapp, sodass man den Sommer lieber zu Hause im Bett als auf der Wiese im Schwimmbad verbringen möchte.

Sommergrippe oder COVID-19?

Aufgrund der derzeitigen Coronavirus-Pandemie durch den Erreger SARS-CoV-2 befürchten viele, die im Sommer Anzeichen einer Erkältung zeigen, an COVID-19 zu erkranken. Wie Sie die Symptome der beiden Erkrankungen unterscheiden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wie lange dauert eine Sommergrippe?

Dauer von nur einigen Tagen ausgestanden. In der Regel ist eine Sommergrippe daher nicht als gefährlich zu betrachten. Dennoch darf sie keineswegs unterschätzt werden.

Behandlung einer Sommergrippe: was tun?

Was ist die beste Behandlung einer Sommergrippe? Auch wenn das Wetter gut und verlockend ist, muss eine Sommergrippe richtig auskuriert werden. Hat es Sie einmal erwischt, gilt zur Behandlung wie auch in der kalten Jahreszeit: Überfordern Sie Ihren Körper nicht zu früh. Gönnen Sie ihm Ruhe und Schlaf, da er dies nun am meisten braucht. Sport oder andere Anstrengungen, wie beispielsweise große Hitze, sind der Therapie nicht zuträglich.

Am besten ist bei einer Sommergrippe ein schnelles Handeln, sobald erste Symptome auftreten. Sehr geeignet ist eine Salzspülung der Nase. Das beruhigt die Schleimhäute und desinfiziert durch den hohen Salzgehalt. Auch ein Nasenspray mit Meerwasser kann helfen, die Schleimhäute zu befeuchten.

Wie auch bei der Erkältung im Winter sind Vitamine sehr hilfreich, um das Immunsystem zu stärken und die Sommergrippe möglichst schnell loszuwerden. Dazu gehören vor allem Vitamin C, Zink sowie Magnesium. Außerdem sollten Sie viel trinken, bevorzugt Tee, Säfte und Mineralwasser – allerdings keine zu kalten Getränke.

Welche Hausmittel helfen bei Sommergrippe?

Folgende Hausmittel können bei einer Sommergrippe Linderung verschaffen:

  • Sehr positive Wirkungen werden der Ingwerwurzel zugesprochen, welche eine Stärkung der Abwehrkräfte bewirkt. Gießen Sie dafür vier bis fünf Ingwerscheiben mit kochendem Wasser auf. Trinken Sie dies als Tee.
  • Entzündungshemmend wirken Kamillentee sowie Salbeitee – am besten als Gurgellösung.
  • Fieber lässt sich gut mit Wadenwickeln oder durch eine Schwitzkur mit Holunderblütentee oder Lindenblütentee behandeln.

Unabhängig von helfenden Hausmitteln bei einer Sommergrippe gilt: Der Körper braucht Ruhe, um die Grippe auszukurieren.

8 Tipps, um eine Sommergrippe zu vermeiden

Die folgenden Tipps können helfen, einer Sommergrippe vorzubeugen:

  1. Durst nicht mit eiskalten Getränken löschen, die unmittelbar aus dem Kühlschrank kommen.
  2. Mindestens zwei bis drei Liter pro Tag trinken.
  3. Zugluft und sehr kühl eingestellte Klimaanlagen meiden.
  4. Zu viel Sonne meiden. Das schwächt die Abwehrkräfte.
  5. Nasse oder durchgeschwitzte Kleidung nicht zu lange tragen.
  6. Bewegung an der frischen Luft ist sehr zu empfehlen. Das gibt dem Körper die Möglichkeit, den Vitamin D-Speicher aufzufüllen.
  7. Regelmäßig Sport treiben, um fit zu bleiben. Das stärkt das Immunsystem.
  8. Auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse achten. Viel Vitamin C ist in Äpfeln, Kiwis, Grapefruit sowie Paprika enthalten.
ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
J00.-, J10.-, J11.-, J06.9

Aktualisiert: 17.09.2020 - Autor: überarbeitet: Silke Hamann

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