Knorpel

Von: Dr. rer. nat. Isabel Siegel (Diplom-Biologin und Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 11.03.2025

Knorpel (Knorpelgewebe) ist eine spezielle Form des Bindegewebes. Es besteht aus Knorpelzellen (Chondrozyten), die in einer Knorpelgrundsubstanz (Extrazellularmatrix) liegen, die elastische Fasern (Kollagenfasern) enthält.

Man unterscheidet drei Arten von Knorpel nach Art und Menge der Kollagenfasern in der Knorpelgrundsubstanz:

  • Hyaliner Knorpel: Dieses Knorpelgewebe sieht bläulich-milchig bis glasartig aus und enthält unter den drei Knorpelarten die wenigsten Kollagenfasern. Es zeichnet sich durch eine hohe Druckelastizität aus und überzieht als Gelenkknorpel die Gelenkflächen. Dort sorgt es für eine glatte Oberfläche und ermöglicht eine reibungsarme Bewegung. Vorhanden ist es beispielsweise im Gelenk des Knies und in der Nase. Zudem bildet hyaliner Knorpel unter anderem die Epiphysenfuge von Heranwachsenden und ist Bestandteil des Rippenknorpels und der Spangen der Luftröhre.
  • Elastischer Knorpel: Diese Knorpelart sieht gelblich aus und die Kollagenfasern in der Extrazellularmatrix bilden ausgedehnte Netze. Elastischer Knorpel formt beim Menschen die Ohrmuschel, Teile des Kehlkopfes und kleinere Bronchien.
  • Faserknorpel: Dieser Knorpel enthält deutlich mehr Kollagenfasern als die anderen beiden Knorpelarten und kommt vor allem dort vor, wo Sehnen und Bänder auf Druck und Zug belastet werden, zum Beispiel in den Bandscheiben und anderen Gelenkzwischenscheiben wie dem Meniskus.

Alle drei Arten von Knorpel sind beim erwachsenen Menschen frei von Blutgefäßen. Die Versorgung des Knorpels erfolgt durch Diffusion der Nährstoffe, das bedeutet eine passive Umverteilung von Teilchen und Molekülen im Gewebe. Dadurch ist die Stoffwechselaktivität im Knorpelgewebe sehr gering und die Regeneration des Knorpels, beispielsweise nach einer Verletzung, dauert entsprechend länger als bei einem gut durchblutetem Gewebe.